Paul-Gerhardt-Kirche

Nachdem der von Regierungsbaumeister Gustav Gsänger gefertigte Entwurf die Zustimmung des Landeskirchenamtes fand, wurden von Kirchenvorstand und Gemeinde freudig Spendengelder gesammelt. Mit Beschluss vom 10. Juli 1957 erteilte der Landeskirchenrat die Genehmigung zum Bau der Kirche. Auch wurde eine finanzielle Unterstützung zugesichert.

Weitere Unterstützung erfuhr die Gemeinde in Form der Liebesgabe des Gustav-Adolf-Werkes und eine reiche Holzspende des Dekanatsbezirks Gunzenhausen. Unter der Leitung von Architekt Adolf Clemencon, München, arbeiteten die Firmen Leonhard Bock (Rohbau) und Albert Holzner (Zimmererarbeiten).

Zum dankbaren Gedenken an den Prediger und Dichter vieler Kirchenlieder, Paul Gerhardt, sollte die neuen Kirche dessen Namen tragen.

Die feierliche Grundsteinlegung fand am 31. Oktober 1957 durch Dekan Kirchenrat Rusam und Festprediger Stadtpfarrer Grosch statt. Noch im gleichen Jahr war der Rohbau am Ortseingang von Rieden fertig gestellt.

Ganz auf die landschaftliche Umgebung des Geländes abgestimmt, hat Architekt Gsänger ein ebenso reizvolles wie eigenwilliges Gotteshaus entworfen: Durch die schräg gesetzten Seitenwände verengt sich der Kirchenraum konisch zum Altar hin. Das Dachgebälk bleibt sichtbar und vermittelt dem Kirchenbesucher so den Eindruck eines Zeltes.

Am Tag der Einweihung, 20. Juli 1958, wurde zuerst ein Abschiedsgottesdienst in der St.-Georgs-Kirche zelebriert. Anschließend formierte sich ein Kirchenzug zur Paul-Gerhardt-Kirche. Kreisdekan Oberkirchenrat Koller, Dekan Rusam und Pfarrer Späth vollzogen die Weihehandlung.

Die Glocken, die 1958 von der Karlsruher Glockengießerei der Gebrüder Bachert gefertigt wurden, wurden zwei jungen Christen gewidmet, die in dieser Gegend in den Zeiten der Gegenreformation ihren evangelischen Glauben treu bekannten. Die b-Glocke, 365 kg, trägt den Namen von Hans Georg Portner sowie die Inschrift: "Wachet, stehet im Glauben, seid männlich und seid stark". Die des-Glocke, 225 kg, wurde nach Anna Elisabeth Rumel benannt und hat die Inschrift: "Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben".

Zehn Jahre mussten noch vergehen, bis auch eine eigene Orgel angeschafft werden konnte. In einem feierlichen Gottesdienst weihte am 14. Juli 1968 Dekan Wiedemann das Instrument.

 
  Im Jahr 2010 wurden der Kirche von dem
  Ensdorfer Künstler Siegfried Link zwei Bilder
  für den Altarraum geschenkt, nachdem sie
  bis dahin leihweise dort aufgehängt waren.

 

Ende 2010 wurden in und an der Paul-Gerhardt-Kirche Renovierungsarbeiten vorgenommen: Vom Haselbergweg her wurde ein behindertengerechter Zugang geschaffen, neue Stromkabel wurden verlegt und im Turm Glockenmotoren installiert, die einen schonenderen  Anschlag des Klöppels ermöglichen. Die Wände sind gestrichen, der Holzboden abgeschliffen und neu geölt. Den Altarbereich beleuchten neue Strahler, und auch auf der Empore gibt es neue Lampen. Die Wandlampen in der Kirche wurden mit den neuesten Leuchtmitteln ausgerüstet. An den Treppen zur Kirche und zur Empore wurden Glasscheiben angebracht, die Unfälle verhindern sollen. Und auch das reparierte Turmkreuz "thront" wieder mit schönem goldenen Glanz auf unserer Kirche.
Wir sind dankbar, dass Kommunen sowie der Landrat und auch Banken uns mit Spenden unterstützt haben, so dass wir diese Maßnahmen finanzieren konnten.
Im Sommer 2015 haben wir schießlich den Bereich um die Kirche renoviert (siehe dazu eine eigene Seite).
Wir würden uns freuen, wenn auch Sie mit einer Spende zur Erhaltung unserer Paul-Gerhardt-Kirche beitragen würden. Ihnen ein ganz herzliches Danke dafür!